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Das Auge Der
Sehvorgang im Auge lässt sich, für die Patienten leicht verständlich,
gut mit der Funktion eines Fotoapparates vergleichen:
Durch die Pupille (Blende) und die Augenlinse (Linse des
Fotoapparates) fällt das Licht auf die Netzhaut (Film). Doch während
der Film im Fotoapparat überall die gleiche Lichtempfindlichkeit
aufweist, hat die Netzhaut des Menschen Bereiche mit verschiedenen
Empfindlichkeiten.
Stäbchen und Zapfen bedecken dieses sensible Organ. Die Stäbchen,
die den größten Teil der Netzhaut bedecken, ermöglichen das Nacht-
und Dämmerungssehen, die Zapfen sind Voraussetzung für das Farbsehen
und befähigen zur scharfen Bildwahrnehmung.
Die meisten Zapfen sitzen auf der Makula, dem zentralen, etwa 2 mm
großen Mittelpunkt auf der Netzhaut.
Nach außen nimmt der Anteil der Stäbchen zu und der der Zapfen ab.
Das erklärt, warum die Gesichtsfeldmitte, die Blickrichtung also,
über die beste Sehschärfe verfügt. Der Bereich ist z. B. beim Lesen
gefordert. Nach außen hin nimmt der Visus (Sehschärfe) ab, die
Peripherie (Randzone) der Netzhaut ermöglicht jedoch die räumliche
Orientierung.
Erst diese ausführliche Schilderung hilft den Patienten mit
degerativen Netzhauterkrankungen zu verstehen, warum Nachbarzellen
nicht immer die Funktion der abgestorbenen Zellen auf der Netzhaut
übernehmen können.
Ist das Sehzentrum geschädigt, verschlechtert sich die Sehschärfe
zwangläufig.
Augenerkrankungen
Retinitis pigmentosa
Der Begriff "Retinitis
Pigmentosa" (RP), korrekt "Retinopathia pigmentosa" bezeichnet eine
Gruppe von unheilbaren Augenerkrankungen, bei denen es auf bisher
ungeklärte Weise zu einem allmählichen Absterben der Netzhaut, der
lichtempfindlichen Schicht im Auge, kommt. Beim "klassischen" Verlauf
schränkt sich das Gesichtsfeld von RP-Betroffenen allmählich von den
Außengrenzen her ein, bis nur ein kleiner, zentraler Sehrest übrig
bleibt - "Tunnelblick oder Röhrengesichtsfeld" genannt.
Retinopathia Diabetica
Etwa 40 Prozent aller
Patienten mit Diabetes mellitus erkranken an einem Netzhautleiden, der
diabetischen Retinopathie. Bei ungefähr 10 Prozent geht die
Augenerkrankung in eine schwere Verlaufsform über - die fortschreitende
oder proliferative diabetische Vitreo-Retinopathie (PDVR). Entlang der
hinteren Glaskörperschicht bilden sich neue Blutgefäße, die in das Auge
hineinwachsen und immer wiederkehrende Blutungen in das Augeninnere
verursachen. Zusätzlich kann es zu einer Schrumpfung der hinteren
Glaskörperschicht kommen. Je mehr sie schrumpft, desto stärker zieht sie
an der Netzhaut, eine Ablösung droht. Das bedeutet eine akute Gefahr für
die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens.
Senile Makuladegeneration
Über eine Million Bundesbürger
leiden an der senilen Makuladegeneration (SMD), die zum Verlust der
zentralen Sehschärfe führt. Die Ursache ist weitgehend unbekannt.
Hervorgerufen wird die Augenerkrankung durch Durchblutungsstörungen,
deren Folge eine Mangelernährung der Netzhautmitte ist.
Makuladegeneration
Die senile
Makuladegeneration tritt in unterschiedlichen Formen auf - einer
weniger schlimm verlaufenden "trockenen" Form und einer sogenannten
"feuchten" Form. Letztere ist dadurch charakterisiert, daß es zu einer
verhängnisvollen Neubildung von Gewebe und Blutgefäßen kommt.
SMD-Patienten haben zunächst große Schwierigkeiten beim Lesen, in
einem späteren Stadium dehnen sich die Schwierigkeiten auf das
Erkennen von Gesichtszügen aus. Das kann soweit führen, daß nur noch
schemenhafte Umrisse und Kontraste übrig bleiben.
Skotome
Der Ausdruck
Skotom bezeichnet Gesichtsfeldausfälle. Betroffen sein können ebenso
das zentrale Sehen wie auch das periphere Sehen, je nach Art und Lage
der Ausfälle. Sonderformen sind das Rot-Grün-Skotom - Bei
Sehnervenerkrankungen kommt zu einer Farbenfehlsichtigkeit. Bei der
Rotgrünblindheit ist die Fehlfarbe entweder Rot oder Grün.
Flimmerskotom
Bei diesem
peripher beginnenden Gesichtsfeldausfall kommt es zu visuellen
Sensationen (Flimmern, Funken, Blitze). Es kann sich um ein
Begleitsyndrom der Migräne oder um Durchblutungsstörungen des Gehirns
(zerebrovaskuläre Durchblutungsstörung) handeln.
Farbenblindheit
Neben der
erworbenen Farbenfehlsichtigkeit durch Netzhauterkrankungen gibt es
die angeborene Form, die achtmal häufiger bei Männern als bei Frauen
vorkommt. Bei normaler Sehschärfe sind beide Augen gleich betroffen.
Im extremen Fall können keine Farben wahrgenommen werden. Die
Betroffenen unterscheiden lediglich Helligkeitsstufen. Neben dieser
Achromatopsie werden folgende Formen unterschieden: Die anomale
Trichromasie ist eine Farbschwäche, mit Dichromasie benennt man eine
partielle Farbenblindheit, bei der eines der drei Zapfensysteme fehlt,
bei der fehlen zwei Farbempfinden.
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